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Es gäbe wohl kaum einen Flugplatz Nordhorn-Lingen (früher bekannt als Flugplatz Nordhorn-Klausheide), wenn nicht der Essener Industrielle Dr. Krupp von Bohlen und Halbach den Mut zum Risiko gehabt hätte. Lange vor dem ersten Weltkrieg kaufte er eine ca. 15.000 Morgen (ca. 4.000 ha) große Heidefläche zwischen Nordhorn und Lohne, auf dem der heutige Platz angesiedelt ist.


Durch die Aktivitäten der Familie von Bohlen und Halbach, erheilt auch der Ort Klausheide seinen Namen. Anlässlich einer Besichtigung der Kruppschen Grundstückseinkäufe in dieser Region taufte Dr. Krupp und seine Frau die Gegend auf den Namen Clausheide (damals noch mit „C“ geschrieben) und zwar weil ihr zweitgeborener Sohn den Namen „Claus“ erhalten hatte und hier eine riesige Heidelandschaft bestand. Der große Gutshof der Familie Krupp, auf der anderen Straßenseite wurde 1914 gebaut, ebenso die Häuser der Gutsarbeiter entlang der Lingener Straße, die teilweise heute noch vorhanden und bewohnt sind.
Die eigentliche Geschichte des Flugplatzes beginnt in den zwanziger Jahren. Das damalige ebene Gelände war bereits im Jahre 1927 im Streckennetz der Lufthansa als Notlandeplatz ausgewiesen, es gehörte der Familie Krupp von Bohlen und Halbach und bot sich bereits in seinem Urzustand als Flugplatz an. Deshalb interessierten sich die Nordhorner Segelflieger, die zunächst in den Wilsumer Bergen ihre Luftsprünge machten, schon sehr früh für den Platz, in der Nähe ihrer Städte Nordhorn, Lingen und Meppen. Man wurde mit Krupp, der oft selbst mit seinem Flugzeug sein Gut Klausheide besuchte, schnell einig und so begann hier der aktive Luftsport.

Einen großen Aufschwung erhielt die Fliegerei ab dem Jahre 1933. Die Segelflieger der Region hatten dem Deutschen Luftsportverband angeschlossen.

Die Flieger fanden aber nicht nur begeisterte Zuschauer bei ihren sogenannten Flugtagen, sondern auch finanzielle Förderer, vor allem aus der Nordhorner und Lingener Industrie. In kurzer Zeit verfügten die begeisterten Flieger über eine ganze Reihe von Segelflugzeugen.

Mit Beginn des II. Weltkrieges, im Jahre 1939, wurde die Platzanlage erheblich erweitert. Der Platz erhielt die militärische Bezeichnung E 21. Ab 1941 bis 1943 wurde der Flugplatz von Einheiten der Nachtjagd genutzt. Im Jahre 1944 erfolgte eine weitere Ausbauphase, anschließend wurde die II. Gruppe eines Jagdgeschwaders mit Jagdmaschinen vom Typ Focke Wulf 190 hier stationiert. Das Geschwader erlitt im Dezember 1944 und Anfang Januar 1945 schwere Verluste, da es bei Angriffen gegen alliierte Flugplätzen an der Westfront aktiv beteiligt war. Im Febr. 1945 wurde der Flugplatz durch Jagdbomber der Royal Air Force schwer getroffen. Am 24. März 1945 warfen bei einem Großeinsatz 58 viermotorige US Bomber insgesamt 122 Tonnen Bomben auf den Platz. Der Flugplatz glich anschließend einer Kraterlandschaft und wurde aufgegeben. Ein Bombenräumkommando hat im Jahre 1987 (vor dem Bau der befestigten Start- und Landebahn) die Umgebung des Flugplatzes untersucht und zahlreiche Blindgänger gefunden und beseitigt.

Durch die Ereignisse während des Krieges, sollte in den Demontagejahren der Nachkriegszeit, der Stab über den Flugplatz gebrochen werden. Das Gelände war komplett zur Aufforstung bestimmt. Die intensiven Bemühungen der ehemaligen Luftsportler, ihren Flugplatz zu erhalten, wurden im Jahre 1951 belohnt. Als die Besatzungsmächte das Verbot des Segelfliegens aufhoben, konnte das Gelände von Krupp (es ging anschließend an den Forstfiskus über) gepachtet und ein neuer Anfang gemacht werden. Nach Beseitigung von ca. 300 Bombenkratern startete 1952 zum ersten Male nach dem Kriege in Klausheide wieder ein Segelflugzeug.

 

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